Die Materialwahl beim Gießen bestimmt direkt die Lebensdauer und Leistung eines Teils. In diesem Artikel behandeln wir die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden am häufigsten verwendeten Gussmaterialien: Grauguss (Lamellengraphit) und Sphäroguss (Kugelgraphit).
Grauguss
Beim Grauguss liegt der Graphit in lamellarer Form vor. Dieses Gefüge verleiht dem Material ausgezeichnete Bearbeitbarkeit, hohe Schwingungsdämpfung und gute Wärmeleitfähigkeit. Die Druckfestigkeit ist hoch, während Zugfestigkeit und Duktilität begrenzt sind. Er wird für Teile wie Maschinengehäuse, Motorblöcke, Deckel und Gehäuse bevorzugt, bei denen Schwingungsdämpfung gefragt ist.
Sphäroguss
Beim Sphäroguss wird der Graphit durch Zugabe von Magnesium in Kugelform gebracht. Die kugelige Struktur reduziert Spannungskonzentrationen und verleiht dem Material hohe Zugfestigkeit, Duktilität und Schlagzähigkeit. Damit bietet Sphäroguss eine nahezu stahlähnliche mechanische Leistung bei gleichzeitiger Beibehaltung der gestalterischen Flexibilität des Gießens. Er wird häufig in Ventilgehäusen, Getrieben, Verbindungs- und tragenden Teilen, Windkraftnaben und belasteten Bauteilen eingesetzt.
Welches wann?
Trägt ein Teil hauptsächlich Drucklast und erfordert gute Bearbeitbarkeit und Schwingungsdämpfung, ist Grauguss die Wahl; werden hohe Zugfestigkeit, Duktilität oder Schlagzähigkeit benötigt, der Sphäroguss. Bei Morçelik bewerten wir die Einsatzbedingungen des Teils gemeinsam und bestimmen das am besten geeignete Material und Gießverfahren – den gesamten Prozess von der technischen Zeichnung bis zur Qualitätskontrolle steuern wir mit Ingenieursdisziplin.

